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Interesse an neuer Reihe der Umweltstiftung ist groß

Interesse an neuer Reihe der Umweltstiftung ist groß

NATURSCHUTZ: 50 Plätze innerhalb weniger Tage vergeben – Exkursion zeigt Wirkung der Hunteschleifen

SANDHATTEN/FA/LD – Über mangelndes Interesse der Öffentlichkeit an ihrer Arbeit kann sich die Umweltstiftung Weser-Ems (UWE), mit Sitz in Hatten, nicht beklagen. Innerhalb weniger Tage waren sämtliche 50 Plätze für eine Exkursion ins Huntetal bei Sandhatten und Dötlingen vergeben.

„Wir haben die Bustour geplant, um die Entwicklung der Laufverlängerungen zwischen Dötlingen und Großenkneten zu besichtigen. Von der Resonanz sind wir positiv überrascht“, sagt Geschäftsführer Ewald Tewes (Sandkrug).

Weitere Interessenten mussten abgewiesen werden. Kleiner Trost: Im kommenden Jahr wird die Umweltstiftung auch anlässlich ihres dann 30-jährigen Bestehens eine weitere Exkursion in der Region anbieten.

Die fachkundige Führung der Gruppe übernahmen Hans-Dieter Buschan, Geschäftsführer der Hunte-Wasseracht, Volker Knut vom NLWKN und Georg Schinnerer, ehemaliger Mitarbeiter der Naturschutzbehörde.

Die Hunte, die ihre Quelle im Wiehengebirge hat, fließt als zentrale Lebensader durch den Landkreis Oldenburg und mündet bei Elsfleth in die Weser. Ober- und Unterlauf der Hunte sind teilweise erheblich naturfern ausgebaut. Zwischen Wildeshausen und Sannum gibt es jedoch noch naturnahe Fließgewässerabschnitte.

Durch die Begradigung des Flusses in den vergangenen 250 Jahren wurde die Lauflänge um 17 Kilometer verkürzt, und 30 Flussschleifen wurden abgetrennt, teils sogar verfüllt. Das ökologische Gleichgewicht der Hunteniederung wurde dadurch empfindlich gestört, erklärten die Experten.

Durch die einsetzende Tiefenerosion gräbt sich der Fluss immer tiefer ein. Dies hat Folgen wie das Absinken der Wasserstände, nicht nur im Fluss, sondern auch in der umgebenden Niederungslandschaft. Der Verlust natürlicher Feuchtbiotope beeinträchtigt das gesamte Ökosystem der Hunteniederung. Zudem bringt die fortschreitende Erosion erhöhten Unterhaltungsaufwand mit sich: Böschungsabbrüche treten vermehrt auf, und im Unterlauf des Flusses kommt es zu stärkeren Sandablagerungen. Das erodierte Material muss regelmäßig in Oldenburg am Stau des Wasserwerks ausgebaggert werden, so Buschan.

Um diesen negativen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat die Hunte-Wasseracht den Gewässerentwicklungsplan Hunte erstellt. Dieser sieht Maßnahmen wie den Rückbau von Staubauwerken, das Anlegen von Fischtreppen und die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit vor. Ein zentraler Baustein des Konzepts ist die Verlängerung des Flusslaufs durch den Neubau von Mäandern und den Einbau von Strömungslenkern. „Im Gewässer wird wieder Eigendynamik zugelassen“, erklärte der Geschäftsführer der Hunte-Wasseracht.

Vor 23 Jahren begann der Bau der Dötlinger Schleife. Wissenschaftliche Begleituntersuchungen lieferten wichtige Hinweise für weitere Laufverlängerungen. Es folgten Projekte wie die Laufverlängerungen an den Aschenbecken-Inseln nördlich von Wildeshausen und zuletzt bei Dehland und Sandhatten.

Georg Schinnerer hob hervor, dass diese Ergebnisse nur durch die Zusammenarbeit von Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz erreicht werden konnten. Die Umweltstiftung Weser-Ems hat die Renaturierungsmaßnahmen finanziell unterstützt. Die Exkursionsteilnehmer konnten sich vor Ort von der positiven Entwicklung überzeugen. Die Natur, so der Eindruck, hat den ihr gebotenen Raum binnen kürzester Zeit wieder eingenommen.

Für die Umweltstiftung Weser-Ems war diese Veranstaltung der Auftakt zu einer neuen Reihe – das Motto lautet: „Mit UWE unterwegs“.