Die Umweltstiftung Weser-Ems lud zu einer Fachexkursion an den Langwarder Groden ein und zahlreiche Naturinteressierte aus der Region folgten der Einladung.
Unter der fachkundigen Leitung von Susanne Koschel, Jürn Bunje und Gundolf Reichert von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer wurde das einmalig Renaturierungsgebiet in der Gemeinde Butjadingen vorgestellt. Den besonderen Stellenwert des Projektes für Naturschutz und naturverträglichen Tourismus stellte Bürgermeisterin Ina Korte bei der Begrüßung heraus.
Mit Ferngläsern und Spektiven bewaffnet ging es, begleitet vom Gesang der Feldlerchen und den Rufen der Uferschnepfen, in die Grodenflächen. Die Küstenlandschaft rund um Butjadingen ist Bestandteil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. In 2009 wurde das Gebiet in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen. Es steht somit in seiner Bedeutung auf einer Ebene mit dem Great Barrier Reef oder dem Yellowstone Nationalpark.
Die Salzwiesen gehören zu den besonders seltenen und gefährdeten Lebensräumen. Eine Möglichkeit, die Flächen dieses einzigartigen und vielfältigen Lebensraumes seltener Tier- und Pflanzenarten zu erhalten, ist es, durch die Öffnung der Sommerdeiche wieder eine regelmäßige Salzwasserüberflutung der Flächen zu ermöglichen. Es bedurfte eines langen Abstimmungsprozesses, bis die Interessen des Hochwasserschutzes, die landwirtschaftliche Nutzung sowie der Tourismus unter einen Hut gebracht werden konnten.
Mit dem Besucherkonzept „Natur erleben Langwarder Groden“ wird erreicht, dass die Besucherinnen und Besucher die Schönheit dieses sehr besonderen Lebensraumes aktiv erleben können. Auf dem Rundwanderweg über einen Bohlenstieg kann man die Dynamik der Salzwiese fast hautnah miterleben. Und man ist ganz nah dran an der Tierwelt. Zum Beispiel an der vielfältigen Vogellebensgemeinschaft wie Schwärmen von Sandregenpfeifern, Kiebitzregenpfeifern und Knutts, die bei auflaufendem Wasser in die Salzwiesen ziehen. Auch Uferschnepfen, Rotschenkel, Schafstelze, Wiesenpieper, Steinwälzer, Austernfischer, Säbelschnäbler, Rohrweihe, Brandgänse und viele weitere lassen das Herz ornithologisch interessierter Menschen höher schlagen. Aber auch für Nicht-Vogelexperten ist der Anblick der ursprünglichen Landschaft ein Genuss.
Die Umweltstiftung Weser-Ems hat das Besucherkonzept und die Ausstellung im Nationalparkhaus Butjadingen finanziell unterstützt.

